Mein Uterus ist meine Sache

Ja, ich weiß, ich habe mich bereits sehr deutlich dazu geäußert, dass ich keine Kinder bekommen möchte. Und wie ich an einigen Reaktionen gemerkt habe, geht es auch vielen anderen Frauen so. Da Verhütungsmittel nicht immer das halten, was sie versprechen, greifen einige Frauen auf Abtreibungen zurück. Und auch hier wird kritisiert und ich frage mich: Warum? Weiterlesen

7 Semester Studium – wie sich ein Leben ändern kann

Wir schreiben den 28. September 2013. Der Sommer neigt sich schon dem Ende zu, aber es ist heiß. Ahnungslos, wie warm mir in der Sonne werden würde, ziehe ich meine schwarze Jeans, ein schwarzes T-Shirt und eine Jeansweste darüber an. Ich versuche, mich cool zu geben, aber ich habe gewaltigen Schiss. Als ich mich in den Bus setze klopft mein Herz und mit jedem Schritt, den ich mache, wird es schlimmer. Ich habe das Gefühl, jeder starrt mich an. Ich versuche, mich von dem ungleichmäßigen Kopfsteinpflaster nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und vor allem nicht zu stolpern. Zielstrebig richte ich den Blick nach vorne und schreite auf die große Drehtür zu. „Wiwi oder IWW?“, fragt ein Typ gleich, als ich mich auf den Weg zur Aula machen will. „Äh…. IWW“, antworte ich unsicher. Er lächelt: „Dann bist du bei uns. Willkommen auf der Sowi.“ Weiterlesen

Studententypen und wie man sie erkennt

Die Uni ist nicht nur ein Ort, an dem man etwas lernt. Es ist der Ort, an dem man neu anfängt, sich von den starren Strukturen der Schule löst und sich neuen Herausforderungen stellt. Die Uni ist auch ein Ort, an dem sich alles neu ordnet. Wo Leute, die Fragen stellen, in der Schule noch als dumm bezeichnet wurden, werden sie an der Uni bewundert, weil sie immerhin so viel Ahnung haben, dass sie eine Frage zum Thema stellen können. Die Eltern der ehemaligen Klassenstrebsau können sich nun nicht mehr bei den Professoren einschleimen. Der ehemals so beliebte Kapitän der Fußballmannschaft hat von seinem Ruhm nichts mehr. Und wer weiß, vielleicht blüht das Mauerblümchen hier auch noch so richtig auf? Selbst Misanthropen wie ich kommen oft nicht umhin, Menschen ganz spannend zu finden. Vor allem auf der Uni gibt es einige interessante Exemplare davon. Zwar erscheinen sie einem am Anfang alle so gleich, doch nach ein paar Semestern bilden sich auch hier gewisse Muster heraus. Weiterlesen

2016, ich liebe dich!

Mein liebes Jahr 2016, diesen Satz wirst du wahrscheinlich so noch nicht gehört haben. Wenn ich Facebook, Instagram oder irgendeine andere soziale App öffne, stolpere ich in letzter Zeit immer wieder über den Satz „Kann das Jahr noch schlimmer werden? Kann sich 2016 nicht endlich verpissen?“ Ich bin ja normalerweise ganz vorne dabei bei den Stänkerern, aber diesmal nicht. Ich schwimme gerne gegen den Strom und so auch in diesem Punkt. Denn ich gehöre zu den wenigen Menschen, die sagen: 2016, bitte bleib und geh nie wieder weg! Weiterlesen

Die zündende Idee

Ich beiße an der Hinterseite meines Kugelschreibers herum. Vor mir liegt ein leeres Blatt Papier. Richtig unschuldig sieht es aus, wie es so weiß und rein vor mir liegt. Ich bringe es kaum übers Herz, Tinte darauf zu verteilen und es damit zu besudeln. Und wenn ich es doch tue, möchte ich später immerhin etwas Gutes zu lesen haben. Ich raufe mir die Haare und gehe in meinem Kopf alle Möglichkeiten durch, befinde die erste für doof, die zweite für langweilig und die dritte für ganz gut, aber irgendwie doch ohne Potenzial. Dieser Prozess wiederholt sich mit Konsequenz, aber leider ohne Struktur. Weiterlesen

Ich bin kein Brutkasten!

Nach „Du siehst irgendwie anders aus, hast du zugenommen?“ ist die schlimmste Frage, die man mir stellen könnte: „Na, wann ist es denn bei euch so weit mit Kindern?“ Ich muss dann jedes Mal abwägen, ob ich mich zuerst übergeben oder demjenigen ins Gesicht schlagen möchte – meist schließe ich einen inneren Kompromiss und entscheide mich dafür, meinem Gegenüber in Gedanken ins Gesicht zu kotzen. Einfach weil ich genau weiß, was auf meine Antwort folgt. Meine Antwort lautet nämlich stets: „Wir möchten keine Kinder, wir legen uns lieber einen Hund zu.“ Weiterlesen

Just Schriftsteller things

„Wie, du schreibst? Ist das nicht furchtbar langweilig?“ Wenn ich für jedes Mal, in dem ich diese Frage gestellt bekam, einen Euro bekommen hätte, hätte ich mir meine Bewerbung bei „Wer Wird Millionär“ sparen können, weil ich mir meine Londoner Traumwohnung auch so finanzieren könnte. Wir alle haben unterschiedliche Leidenschaften, unterschiedliche Werte, Sympathien und Antipathien. Und so, wie ich nicht verstehen kann, was andere Menschen an Jutebeuteln oder Komasaufen so toll finden, gibt es auch einige Dinge, die meine Mitmenschen, die nicht schreiben, nicht begreifen.

Man zieht das Schreiben einer rauschenden Party vor

Gut, das könnte jetzt auch eine meiner generellen Charaktereigenschaften sein. Wer mich kennt, weiß, dass ich das seltsame Mädel bin, das sich auf einer Party, auf der 1000 Menschen sind, mit dem Hund unterhält. Und das, wenn kein Hund da ist, auch mit sich selbst gut klarkommt und lieber unauffällig in ihren unter der Jacke reingeschmuggelten Kindle linst, als sich mit jemandem zu unterhalten. Das liegt daran, dass ich mir auf 9 von 10 Partys wünsche, wieder zuhause zu sein, vor meinem Laptop und einer heißen Tasse Tee zu sitzen, meinen Charakteren noch mehr Leben einzuhauchen und sie die Party feiern zu lassen, von der ich mich gerade davon geschlichen habe. Natürlich sind nicht alle Schriftsteller solche sozialen Katastrophen wie ich, aber ich traue mich zu wetten, dass die meisten, die gerade an einem Werk arbeiten, dies auch lieber tun würden, als zwischen verschwitzten Körpern herumgeschubst und mit Alkoholfahnen geruchsbelästigt zu werden.

Man muss alles verwenden

Wer mit Schriftstellern spricht, muss doppelt aufpassen, was er sagt. Wir haben ein bombastisches Gedächtnis für intelligente, lustige und doofe Sprüche und Taten und speichern alles, was wir gut finden, in unserem hirninternen Notizzettel ab. Und irgendwann liest jemand unsere Texte und findet sich auf wundersame Weise darin wieder. Meine Freunde können ein Lied davon singen und für sie ist es nicht immer angenehm. Aber in diesem Punkt kann ich schwer aus meiner Haut, auch wenn ich mich schon deutlich gebessert habe und nicht mehr mein Zitatebuch mit mir herumschleppe, in das ich früher alle Sprüche eingetragen habe. Ich meine so etwas auch nie böse, eher ist es ein verstecktes Kompliment. Ich will damit sagen: „Hey, das was du da gesagt oder getan hast, ist so cool, dass ich es einfach niederschreiben und für die Außenwelt zugänglich machen musste, weil es eine Verschwendung wäre, das nicht zu tun!“

Man will Feedback, aber fürchtet sich davor

Egal, ob es ein Buch, ein Gedicht oder nur eine Kurzgeschichte ist – wer Leidenschaft fürs Schreiben empfindet, der will seine Sache auch gut machen. Ich bin jedes Mal nervös, wenn ich jemandem eines meiner Schriftstücke zum Lesen gebe, vor allem, wenn ich ihnen dann auch noch beim Lesen zusehen muss. Besonders schlimm ist es, wenn man mit der lesenden Person im Auto sitzt und sich nicht mit vorgetäuschtem Magen-Darm-Virus aufs Klo schleichen kann. Das Herz rast und der Blick wandert immer wieder zum Leser, man studiert und analysiert seine Mimik aufs Genaueste und registriert jedes einzelne Stirnrunzeln und jedes noch so angedeutete Lächeln. Denn es ist uns wichtig, was ihr über unsere literarischen Ergüsse denkt – und gleichzeitig haben wir Angst davor.

Man offenbart seine tiefsten Gefühle beim Schreiben

Einer der schlimmsten Momente in meinem Leben war, als ich als Teenager mit meinem grauen, mit Edding selbst bemalten Ringbuch in der Schule saß, Musik hörte und mir dabei meine Gedanken und Gefühle von der Seele schrieb – und dann eine Klassenkameradin zu mir kam und mir mit den Worten „Hey, was schreibst du denn da Schönes?“ das Buch aus der Hand zu nehmen versuchte. Ich war bis dato nie durch aggressives Verhalten aufgefallen, doch in diesem Moment war ich bereit zu kämpfen – weil ich eben nicht bereit war, jemandem diese so persönlichen Gedanken anzuvertrauen. Selbst, wenn man eine Story schreibt, die auf den ersten Blick nicht autobiografisch ist, so sagt der Hauptcharakter doch immer auch etwas über den Autoren aus – entweder darüber, wie er selbst ist, oder darüber, wie er gerne sein würde. Also zeigt bitte Verständnis, wenn euch jemand seine Texte nicht lesen lassen möchte 😉

Man benutzt Freunde und Bekannte als Charaktere

Manchmal höre ich anderen Menschen beim Reden zu und denke mir plötzlich: „Du wärst eine gute Tina.“ Oder Amy. Oder irgendein anderer Name meiner Wahl. Tatsächlich sind einige meiner Charaktere den Menschen nachempfunden, die ich auch privat kenne und mehr oder weniger ausreichend beobachtet habe. Manchmal tragen sie in den Geschichten sogar ihre richtigen Namen. Meine Freundin Chrissi wird zum Beispiel auch namentlich in meinem Buch erwähnt, da ich mir für sie einfach keinen besseren Namen vorstellen kann. Meistens greife ich aber doch auf Pseudonyme zurück. Vor allem die, die nicht so gut wegkommen, sollen ja nicht sofort merken, dass sie gemeint sind.

 

Schriftsteller sind ein eigenes Volk. Aber genau das sind auch Lehrer, Physiker, KFZ-Mechaniker oder Opernsänger. Oder die Leute auf der Geiwi, die sich denken: „Ich stehe hier einfach mal mitten im Gang rum und blockiere den Weg, das stört sicher niemanden.“ Fakt ist: Andere Menschen sind einfach seltsam. Und genau das macht die menschliche Rasse wiederum so interessant. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Eigenarten von (angehenden) Autoren geben. Natürlich erhebe ich, wie immer, keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Allgemeingültigkeit.

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

Backstage: Österreichs seriöseste Onlinezeitung

Ich blicke ungeduldig auf die Uhr. Gleich sollte es so weit sein. Mein Herz schlägt ungewöhnlich schnell und das liegt wohl nicht nur an dem zweiten Glas Rotwein, das ich mittlerweile intus habe. Wieder schaue ich auf die Uhr und blende alle Gesprächsfetzen um mich herum aus. Es geht sowieso nur mal wieder um Politik und warum Trump uns alle zerstören wird. Alltag eben. Ich schenke mir noch etwas Wasser nach und sehe, wie ein junger Mann zur Hintertür hereinkommt und einem Herren die Hand schüttelt.

„Das kann er nicht sein, oder?“

„Der ist doch viel zu jung.“

„Nein, ich glaube, das ist er nicht.“ Weiterlesen

I have a dream…

„In dreams we enter a world that’s entirely our own.“

Mit diesem weisen Zitat von einem meiner Lieblingsprofessoren – Professor Dumbledore – möchte ich den heutigen Blogpost einleiten, weil ich finde, dass es nicht nur wunderschön ist, sondern auch perfekt passt. Tatsächlich gibt es tausende von Zitaten und Songtexten, die sich um das Thema Träume drehen. Ob dies ein simples „I have a dream“ von Martin Luther King oder ein wunderschön zur Weihnachtszeit von Melanie Thornton gesungenes „A wonderful dream of love and peace for everyone“ ist, Träume sind immer ein wunderbares Thema, mit dem ich mich wohl stundenlang beschäftigen könnte. Weiterlesen

Der erste Shitstorm

Wann ist man erfolgreich? Woran genau lässt sich Erfolg messen? Eine genaue, universell gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht, es gibt nur Meinungen, die sich oft sehr stark voneinander unterscheiden. Manche denken, man sei erfolgreich, wenn alle von der eigenen Arbeit begeistert sind. Andere wiederum behaupten, dass man sich auch erst mal unbeliebt machen muss, bevor man überhaupt Erfolg haben kann, weil eben genau das auch dazugehört. Tja, wenn es danach ginge, könnte ich mich wohl seit meinem letzten Blogpost als erfolgreich bezeichnen. Meine Statistik ging vollkommen durch die Decke, ich hatte fast viermal so viele Klicks wie an meinem ersten und bis dato besten Tag. Weiterlesen