Enjoy the process – Extraportion Inspiration #1

Es ist Montag und damit der perfekte Moment für einen kleinen Neuanfang. Daher habe ich mich entschieden, eine neue Kategorie ins Leben zu rufen – die Extraportion Inspiration. In dieser Kategorie möchte ich euch Dinge vorstellen, die mich inspirieren oder zum Nachdenken anregen. Das kann ein Buch sein, ein toller Mensch, ein Film, oder auch mein heimisches Klo. Ich fand es schon immer ganz cool, wenn andere Blogger gewisse „Serien“ hatten. Einfach nur meinen Wochenrückblick zu posten, fände ich aber langweilig, schließlich interessiert es, denke ich, niemanden, dass ich am Wochenende Lasertag spielen war und eine neue Serie angefangen habe. Deshalb gibt es nun (hoffentlich) jeden Montag eine kleine Inspiration von mir. Gemeckert wird schließlich genug, man braucht ja auch etwas Positives im Leben. Aber nun genug gelabert, nun möchte ich den Auftakt einläuten.

Und diesen Auftakt möchte ich mit einem Buch beginnen, das ich mir letztens heruntergeladen habe, weil es auf Amazon gerade bei den Kindle Deals des Monats dabei war: „Das 4-Stunden-Startup: Wie Sie Ihre Träume verwirklichen, ohne zu kündigen“ von Felix Plötz*. Ich dachte mir: Warum nicht? Ich will mich eh irgendwann selbständig machen und das Buch ist günstig. Seit ein paar Wochen liegt es auf meinem Kindle. Heute habe ich endlich begonnen, darin zu lesen, und mir ist sofort ein Satz ins Auge gesprungen: „Wir wollten den Weg ebenso genießen, wie später das Ziel zu erreichen.“ Und dieser Satz sollte mich noch den Rest des Tages verfolgen, denn er hat bei mir einen wunden Punkt getroffen.

enjoy the process (1 von 1)

Ein Satz, der meinen wunden Punkt getroffen hat.

Sehr oft ertappe ich mich dabei, zu denken: „Du musst jetzt dein Buch weiterschreiben. Sonst wird es ja nie fertig.“ Anstatt zu denken: „Super, du hast jetzt einen freien Tag. Nutze den doch, um das zu tun, was du liebst, und mache mit deinem Herzensprojekt weiter!“, mache ich einen Zwang daraus. Ich will nur ein Ziel erreichen. Der Spaß bleibt auf der Strecke. Wie soll ich mit dieser Einstellung ein vernünftiges Buch schreiben können? Gut, vernünftig wird es wohl eh nicht, in Anbetracht der Tatsache, dass ich es schreibe, aber das soll es auch nicht. Ich will einfach wieder Spaß an dem haben, was ich tue. Ich wünsche mir diese Tage zurück, an denen ich voller Motivation aufgewacht bin, mich an den Laptop gesetzt, und mich darauf gefreut habe, diese Geschichte, die ich mir selbst zusammengesponnen habe, weiter auszubauen und in allen Farben des Regenbogens anzumalen. Wo ist diese Freude nur hin?

Ich denke, dass mir viele Entscheidungen, die ich getroffen habe, die Freude an meiner Leidenschaft vermiest haben. Seit ich mein Studium begonnen habe, ist mein früherer Schreibfluss weg. Ich zog es vor, für uninteressante Prüfungen zu lernen, anstatt an meinem Buch zu arbeiten. Ich verfolgte Träume, die nicht meine waren.

Zwar denke ich, dass ich nun wieder auf dem richtigen Weg bin, aber eben diesen Punkt, den Felix Plötz in seinem Buch angesprochen hat, habe ich dabei selten bedacht. Man stellt sich immer nur vor, wie es sein wird, über die Ziellinie zu laufen und den Ruhm zu ernten. Dass einem das Laufen gut tut, dass man dabei die wunderschöne Landschaft bestaunen konnte und etwas für seinen Körper getan hat, ist zur Nebensache geworden. Viel zu verbissen geht man an den Start, mit dem Ziel, zu gewinnen. Natürlich kann es mit dieser Einstellung klappen. Froh wird man dadurch aber nicht.

Das Buch hat mich dazu inspiriert, meinen Weg zu gehen, und das vor allem mit Freude zu tun. Mein 4-Stunden-Startup wird mein Buch werden. Und das Motto „Enjoy the process“ wird dabei mein ständiger Begleiter sein. Auch, wenn ich noch lange nicht mit dem Buch durch bin, eine wichtige Lektion hat es mir schon beigebracht.

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

 

* Ich habe mir das Buch selbst gekauft und werde nicht dafür bezahlt, darüber zu schreiben.

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16 Kommentare zu “Enjoy the process – Extraportion Inspiration #1

  1. In der heutigen Gesellschaft (Leistungsgesellschaft) wird man von Anfang an darauf gedrillt, möglichst effektiv und schnell Ziele zu erreichen. Dies ist so im Sinne des ökonomisch denkenden Arbeitgebers, der die Arbeitsprozesse möglichst rationalisieren will. Der „Weg“ ist hierbei nicht das Ziel, sondern das Ergebnis.
    Das Denken und Fühlen des Menschen wird dabei nicht berücksichtigt. Umso wichtiger, wenn man, wie Du, oder wie es Plötz schreibt, den „Weg“ in den Mittelpunkt rückt. Der Arbeiter hat nämlich von dem Produkt gar nichts, nur derjenige, für den er arbeitet, profitiert davon. Deshalb ist es unabdingbar, dass der Mensch der Werdegang des Schaffens ins Licht der Wertschätzung für sich selbst stellt. Wie oben schon erwähnt: „Der Weg muss das Ziel sein, nicht das Ergebnis“ Wer dies für sich selbst verwirklichen kann, wer also Spaß an seinem Tun hat, der wird auch hierdurch tiefe, innere Befriedigung erlangen, ohne Anhaftung am Ergebnis. Klingt buddhistisch, ist buddhistisch. Ich möchte hier nicht indoktrinieren, ich bin selbst kein praktizierender Buddhist, aber manche sog. Weisheiten aus dieser Richtung sind nicht so falsch und nachdenkenswert.

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    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Und in der Tat, nur der Arbeitgeber profitiert vom Resultat und man selbst bleibt auf der Strecke. Deshalb sollte man auch etwas finden, das einem selbst Spaß macht. Ich finde übrigens auch, dass der Buddhismus einiges richtig macht.
      LG Julie

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  2. Das erinnert mich an eine Schulstunde im Religionsunterricht, die wir damit verbracht haben ein Mandala zu malen 🙂 Am Ende sollten wir es zerreissen – und ich hab mir da doch so große Mühe gegeben. Es war eine Lektion in Buddhismus nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“ Nicht genau dasselbe wie deine Passage aber eine sehr ähnlich.

    Naja, wobei ich meine kreativen Hochpunkte eher in der Zeit erreiche, wenn ich eigentlich lernen müsste 😉

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  3. Du hast mich mit deinen Worten unglaublich inspiriert, Julchen. 🙂
    Denn du hast absolut Recht. Wir konzentrieren uns nur auf das Ziel, den Lohn harter Arbeit. Aber wir vergessen, den Weg ebenfalls zu genießen. Vor allem bei Büchern ist es wundervoll, die einzelnen Schritte zu beobachten und zu erleben. ❤
    Ich freue mich jetzt schon auf die Extraportion Inspiration. Hat bei Teil 1 ja wunderbar geklappt. 🙂 ❤

    Wishes, Kat
    http://sevenandstories.net/

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  4. Das kenne ich von mir auch. Oft plane ich und verstricke mich dann noch richtig in den Planungen und empfinde dann alles eher als Last und würde es am liebsten wieder loswerden. Ich denke auch, dass ich den Weg zum Ziel mehr als Bereicherung erleben sollte. Man wird ja auch reicher an Erfahrungen wenn man den Weg bewusster erlebt. Dann hat man am Ende auch wirklich das Gefühl das Ziel erreicht zu haben, angekommen zu sein.

    Lieben Gruß, Barbarella (Marion) 🙂

    https://barbarella149.wordpress.com

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  5. Hallo liebe Julie!
    *Toller Beitrag!* Inspirationen kann ich und sicher viele andere immer wieder brauchen. Daher Daumen hoch!!
    Ich freue mich schon riesig auf deine nächsten postiven Anmerkungen, Anregungen.
    Bei dem einen Satz musste ich auch nachdenken. Denn mir geht es gerade so im Studium, obwohl es mein Traum war, es zu beginnen und zu beenden, vergesse ich den Weg dazwischen. *Kopf schüttel!* Daran muss ich wohl auch was ändern. Ggg.
    Liebe Grüße,
    Carina.

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  6. Sehr treffend formuliert. Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich nur das Ziel oder Ende von irgendwas erreichen will, anstatt tatsächlich den Prozess dahin bewusst zu leben und zu genießen. Der Satz „Der Weg ist das Ziel“ klingt zwar etwas angestaubt, hat aber trotzdem nichts an Bedeutung verloren, denn das ist entscheidend. Fokussiert das tun, was man tun will und jeden Schritt bewusst vollziehen. Nur das führt zu wirklichem Erfolg und Glück. :3

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    • Sehr schöne Worte! Ich sehe das genauso. Man schreibt ja schließlich um des Schreibens Willen und nicht, weil man einen Bestsellerroman schreiben möchte. Man geht ja auch essen, um es zu genießen und nicht einfach nur, um danach satt zu sein 🙂
      LG Julie

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