Instagram, warum tust du uns das an?

Es ist nur eine App. Eine App, der vor allem Blogger viel Zeit widmen und mit der ich mich früher den halben Tag lang beschäftigen konnte. Also früher, als Instagram noch Spaß gemacht hat. Bevor die Macher ihren neuen Algorithmus eingeführt haben. Seitdem ist nichts mehr, wie es vorher war. Als kurz vor der Umstellung eine Massenpanik ausgebrochen ist, habe ich nur die Augen verdreht und mir gedacht: „Alter, chillt doch mal, ist ja nicht so, als würde Instagram jetzt für jedes Like Gebühren einheben.“ Doch genau das scheint momentan zu passieren.

Früher war Instagram echt eine schöne Beschäftigung. Die Beiträge von anderen erschienen chronologisch und nichts wurde zensiert. Wenn man einen Hashtag unter ein Bild gesetzt hat, hatte man in Sekundenschnelle ein paar Likes und wurde gesehen. Sich eine gewisse Reichweite aufzubauen, war keine Hexerei.

Wie viel sich jetzt durch den neuen Algorithmus verändert hat, wurde mir erst so richtig bewusst, als ich begann, für eines unserer Firmenprojekte ein Instagramkonto anzulegen und meinen Job um die Beschreibung „offizielle Instafamebitch der Firma“ zu erweitern. Aber nix mit Instafamebitch. Da hat mir der neue Algorithmus einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich gebe mir Mühe mit den Fotos und den Texten dazu, setze passende Hashtags und… nichts passiert. Wo mir solche Aktionen vor der Umstellung noch mindestens 20 Likes pro Bild beschert haben, bin ich heute froh, wenn sich zumindest mal ein User erbarmt, meine Fotos mit einem Herzchen zu versehen.

Und es macht mich sauer. Nicht, weil ich so likegeil bin und darauf so unglaublich viel Wert lege. Sondern, weil Instagram mehr und mehr zu einem kapitalistischen Schlachtfeld verkommt. Seit ich den Firmenaccount betreibe, habe ich auch angefangen, mich auf meinem privaten Profil genauer umzusehen. Ich schaue genauer hin und stelle fest, dass ich wirklich immer nur dieselben Beiträge zu sehen scheine. Ich folge 338 Accounts auf Instagram und mir kommt vor, ich bekomme jeden Tag nicht mal ein Fünftel davon zu sehen. Gut, manche posten nicht jeden Tag etwas, vor allem Freunde, die Instagram nur aus Spaß betreiben, posten eher selten und das ist auch gut so. Aber wenn ich mir dann mal denke: „Hmm, von XY habe ich schon lange nichts mehr gesehen, was macht der denn immer so?“, und dann mal auf besagtes Profil gucke und sehe, dass ich ungefähr 20 Beiträge verpasst habe, finde ich das einfach schade. Instagram erklärte die Umstellung damals mit den Worten: „Sehe nur noch das, was du sehen möchtest“. Aber gerade darin lag doch mal der Reiz an Instagram – man konnte einfach alles sehen, was die Leute so posteten und nicht das, was die App einem vorgab.

Der einzige Weg, um bei Instagram noch zu etwas Reichweite zu kommen, scheint über gesponserte Posts zu laufen. Mein Arbeitskollege hat sich einen Post auf Facebook sponsern lassen und war begeistert davon, weshalb ich mir gedacht habe, ich schau mal, wie das auf Instagram so läuft. Man gibt seine Zielgruppe und sein Budget ein und lässt sich dann damit die Reichweite, die damit erzielt werden kann, einschätzen. Gut, habe ich mal interessehalber getan. Ich gab ein Budget von 10 Euro an und die geschätzte Reichweite lag bei sagenhaften 0 Personen.

Und da denke ich mir: Ernsthaft? Ich soll dieser App, die mich so in meinen Möglichkeiten einschränkt, zehn Euro in den Rachen stecken, dafür, dass sie die Reichweite des gesponserten Posts auf nicht mal eine Person schätzen können? Sorry, Instagram, aber verarschen kann ich mich selber.

Dass das ganze kein technisches Problem war, habe ich festgestellt, als ich dasselbe Spiel bei meinem privaten Profil ausprobiert habe. Hier komme ich mit 3 Euro Budget schon zu geschätzten 3000 erreichten Personen. Sieht ja schon deutlich besser aus. Aber was sagt uns das? Genau, Instagram will offenbar nicht, dass kleine Accounts wachsen. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären. Man muss sich offenbar erst eine Reichweite aufbauen, um dafür bezahlen zu können, mehrere Personen zu erreichen. Wenn sich Instagram da mal nicht ins eigene Knie geschossen hat.

Ich finde es wirklich schade, was aus meiner einstigen Lieblingsapp geworden ist. Früher hatten wir alle mehr oder weniger dieselben Möglichkeiten. Aber wer jetzt einsteigen und auf den Zug aufspringen möchte und bei null anfängt, der hat scheinbar einfach Pech gehabt, egal, wie schön der Account, und wie interessant der Mensch dahinter wäre. Das finde ich, gelinde gesagt, scheiße. Ich kann nur den aktuellen US-Präsidenten in abgewandelter Form zitieren und sagen: Make Instagram great again!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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24 Kommentare zu “Instagram, warum tust du uns das an?

  1. Hallo,
    wirklich ein toller Blog! Ich stimme dir vollkommen zu, was du geschrieben hast. Instagram ist ein toller Zeitvertreib, ich gebe mir viel Mühe mit den Bildern und freue mich über ein paar Likes. Jedoch nervt auch mich, das ständige Entfolgen! Warum folgt man dann überhaupt – es nervt einfach🙈
    Viele Grüße Lisa

    Gefällt 1 Person

  2. Ich nutze Instagram auch eher mehr als Ergänzung zu meinem Blog, teile die Beiträge eben auf Twitter und auf mein privates Facebook-Profil. Eingebunden habe ich den Account auch auf meinen Blogs, wer mag, kann dem folgen. 🙂
    Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie damit befasst, was ich zahlen müsste, um mehr Personen zu erreichen, aktuell bin ich so wie das Profil ist, zufrieden und vielleicht bin ich da einfach nicht so likegeil, aber ich finde, ein schönes Bild kann man immer mal wieder ansehen, ich mag auch die Filter, die ich über Instagram nutzen kann und daher sehe ich das eher als netten Zusatz und mehr nicht.
    Aber schon interessant, was man dann so liest, wenn man sich mal genauer mit den Hintergründen beschäftigt.
    Alles Liebe,
    Katja

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  3. Instagram hat sich einfach super negativ entwickelt. Ich habe auch mal einen Beitrag dazu geschrieben und kann nur jedem raten, sich auf andere Dinge wie z.B den Blog zu konzentrieren, denn Instagram kostet inzwischen nur noch Zeit, Nerven und Geld für nichts und wieder nichts.

    Einen Beitrag zu bewerben würde ich Dir nicht mehr empfehlen, denn wenn Du einmal Geld dafür ausgibst wirst Du direkt gezwungen ständig Geld einzuschmeißen, weil immer und immer weniger Leute Deine Beiträge sehen! :/

    XX,

    http://www.ChristinaKey.com

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    • Danke für deinen Kommentar, liebe Christina 🙂
      Ich finde auch und ich mache ja beides nur hobbymäßig, aber wenn man echt Erfolg haben möchte, kann man Instagram wirklich vergessen.
      Danke übrigens für den Tipp! Das wusste ich nicht. Ich hab zum Glück eh noch nichts beworben, aber das ist gut zu wissen. Kluge, aber asoziale Masche.
      LG Julie

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  4. Das ist ja ätzend! Um ehrlich zu sein, ist mir das noch gar nicht aufgefallen, weil ich zum einen den Unterschied nicht kenne, weil ich erst seit kurzem Instagram nutze und zum anderen verbringe ich dann wohl doch noch nicht genug Zeit dort, dass mir sowas auffällt. Vielleicht bin ich auch einfach ein bisschen zu naiv. Allerdings habe ich mich besonders für Instagram interessiert und letztlich dafür entschieden, weil diese fürchterlichen Facebook-Machenschaften dort noch nicht angekommen sein sollten.
    Sehr schade! Und ich werde jetzt mal genauer hinschauen 😉
    Liebe Grüße
    Steffi

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  5. Ich kann leider keine Vergleiche zur Prä-Algorithmus-Zeit ziehen – mein Nagelaccount ist erst seit November online. Anfangs hatte ich auch so meine Probleme mit den Followern – das erreichen der 100 war ein echter Meilenstein. Lustigerweise habe ich kurz danach (bei etwa 130 Followern) ein Giveaway gestartet, und innerhalb von 2 Wochen hat sich meine Followerzahl verdoppelt – wie viele davon NACH dem Giveaway wieder abhauen, will ich lieber gar nicht wissen *lach*

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  6. Mich ärgert es vorallem bei den Leuten denen ich folge. Ich folge denen doch extra, damit ich sehe was sie posten und nicht damit Instagram für mich sortiert. Ich finde das eine extreme Frechheit. So viele beschweren sich und sind unzufrieden in letzter Zeit, da frag ich mich ob es irgendwann bis nach ganz oben durchdringt und es wieder geändert werden könnte. Ein Hoffnungsschimmer wäre nicht schlecht 😀

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  7. Vielen Dank für die Aufklärung. Ich kenne Insta auch noch nicht lange, es macht mir aber sehr viel Spass. Aber eben, es wäre schöner, wenn es schneller wachsen würde. Trotzdem habe ich das Gefühl es geht noch besser als FB, da finde ich es noch schwieriger:-) Egal, dran bleiben, steter Tropfen höhlt den Stein…oder wie heisst das nochmals?? lol
    Grüsse Nadja

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  8. Ich bin erst vor Kurzem dort eingestiegen und finde es unglaublich frustrierend, weil ich kaum Likes und erst recht keine Follower bekomme ( wenn, dann überwiegend irgendwelche Bots, die gleich wieder weg sind)…da kann ich mich so bemühen wie ich will…
    Vielleicht ändert Instagram das ja wieder…
    Liebe Grüße
    Steffi

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